Das Material

Entgegen einer Wegwerfgesellschaft, die sich dem unermüdlichen Konsum von Einwegmaterialien verschrieben hat, versucht das Fantasielabor den Blick auf die Dinge unseres Alltags zu werfen. Dabei wird das Selbstverständnis von immer zur Verfügung stehenden Ressourcen ebenso befragt wie der eigene Umgang mit vermeintlich ausgedienter Abfallware.

Wegweisend für diese Idee ist die Remida, ein kreatives Recycling Zentrum in Reggio Emilia, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Verbindung von Wirtschaft und Bildung zu schaffen und Gedanken der Nachhaltigkeit und der Kreativität zusammenzubringen. Dabei handelt es sich um eine Sammelstelle für Materialien, die in Industrie, Handel und Handwerk abfallen. Das können Produktionsreste, Fehlproduktionen oder Produktionsüberschüsse sein. Dabei spiegeln die Materialien die Identität der Stadt und Region wider und es wird ersichtlich, was vor Ort überhaupt noch produziert wird.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen aus Köln, überwiegend aus Ostheim, haben wir eine eben solche Materialsammlung begonnen. In unserem Lagerraum werden die unterschiedlichsten Materialien – Papier, Pappe, Plastik, Stoff, Gummi, Metall, Holz, uvm. – gesammelt, geordnet und nach Farben, Formen und Beschaffenheit sortiert. Durch diese Art der Lagerung und Präsentation erfährt das Material eine Aufwertung und in dem vermeintlichen Müll finden sich wahre Schätze.

Es entsteht so ein neuer Blick auf alltägliches, scheinbar ausgedientes Material und ein Gespür für einen respektvollen Umgang mit den Dingen unseres Alltags. Auf diese Weise möchte das Fantasielabor einen Beitrag zu Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit leisten: wenn wir Sinn und Wert von Etwas erkennen, sind wir bereit es zu schützen. Darüber hinaus eröffnet das Arbeiten mit diesem bedeutungsoffenen Material einen Raum für innovatives Denken und kreatives Gestalten. In dieser spielerischen Begegnung mit den Dingen unserer Welt versteht sich Lernen nicht nur als individueller Prozess, sondern als ein Prozess, der sich innerhalb einer Gemeinschaft vollzieht. So bilden sich Lerngemeinschaften zwischen den Kindern, zwischen Kindern und Pädagog*innen, zwischen Kindern und dem Material, zwischen Kindern und dem sie umgebenden Raum, usw.. Die individuelle Identität eines Kindes wächst aus diesem Miteinander und in einem Bewusstsein darüber, ein Teil des Ganzen zu sein.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Nachhaltigkeitsgedanken als ein persönliches wie auch ein kollektives Anliegen an unsere Kinder weiterzugeben und einen bewussten Umgang mit den Menschen, der Umwelt und den Ressourcen zu vermitteln. Dazu möchte Fröbel mit dem Fantasielabor einen Beitrag leisten.